Korrekturläufe…

…gehören beim Film zum alltäglichen Geschäft. Auch wenn das Briefing vorab gut ist, können die Vorstellungen der filmischen Umsetzung beim Kunden und beim Cutter auseinanderliegen. Ab und zu passiert es aber auch, so wie erst vorige Woche, das ein Film sofort „abgenickt“ wird und nur kleine Änderungen bei Bauchbinden vorgenommen werden müssen.

Wichtig ist immer zu bedenken, dass Korrekturläufe im Videoschnitt besondere Zeit in Anspruch nehmen, anders als z.B. bei einer Fotobearbeitung:

a) Bearbeitung: Wenn Sequenzen im Film gelöscht, hinzugefügt, oder Clip-Tempi geändert werden, muß auch eine Musik-Tonspur mit Fades neu angelegt werden. Wenn das Musikstück zu kurz wird, muß es so geschnitten werden, dass man die Verlängerung nicht merkt.

b) Transkodierung: Der Film muß nach der Umsetzung der Änderungen neu transkodiert werden. Das heißt, er muß in ein Format umgewandelt werden, dass auf möglichst vielen Rechnern abspielbar ist. Das dauert auf meiner Hardware beispielsweise bei einem vierzigminütigen Konzertmitschnitt in HD bei Umwandlung in Windows Media etwa 3 Stunden. Das ist Zeit, die den Schnittplatz blockt. Deshalb nehme ich nicht-zeitkritische Transkodierungen vorwiegend nachts vor.

c) Upload: Der Film wird anschließend per FTP auf einen Webserver hochgeladen, damit der Kunde Zugriff auf den Film bekommt. Auch dieses kann, je nach Qualität des hochgeladenen Films, trotz DSL-Leitung sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Wie man sieht, ist eine Änderung an einem Film bei einem dezentralen Dienstleister mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden. Diese Zeit muß bei der Angebotserstellung mit berücksichtigt werden.

Korrekturen nach der Abnahme

Wenn ein Film fertig und vom Kunden abgenommen ist, dann ist er fertig und der Auftrag erfüllt – so wie bei jeder anderen Dienstleistung auch.

Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen. Wenn zum Beispiel ein Sprechertext falsch eingesprochen wurde, und der Fehler von mir nicht und vom Kunden erst nach der eigentlichen Abnahme bemerkt wurde. Da nehme ich den Korrekturlauf vor, ohne ihn neu zu berechnen. Der Aufwand dafür hält sich im Schnitt in Grenzen.

Wenn der Kunde nach der Abnahme noch mehrere Detailänderungen wünscht, z.B. Sequenzen oder Übergänge ändern möchte, dann ist das im Grunde ein neuer Auftrag. Dafür erstelle ich ein neues Angebot, in welchem die Änderungen explizit benannt und preislich angeboten werden.

Das vergleiche ich gerne mit einer neuen Küche. Wenn diese mir geliefert wurde und ich dann im Nachhinein merke, dass mir die Schrankgriffe nicht gefallen und ich dementsprechend Neue haben möchte, dann werden mir diese neu angeboten und müssen von mir neu bestellt werden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.